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Piercing und Tattoo beim Arzt?

 

Was spricht dafür oder dagegen das man zum Piercen / Tättowieren oder Permanent Make-up zu einem zugelassenen Arzt geht?Lippenpiercings, Angelbites, Piercen Wien

Dafür spricht meist die Überlegung das Ärzte wohl hygienischer arbeiten als andere Studios und besser wissen was man genau beachten sollte! Das ist ein absoluter Trugschluss!!!!

Die Überlegung stimmt nur dann, wenn der durchführende Arzt wirklich einen Lehrgang als Piercer oder Tättowierer oder Pigmentist absolviert hat. Denn in einem Studium der Allgemeinmedizin, selbst dem Fachstudium z.B. Hautarzt / Gynäkologie etc. befasst sich nicht mit den entsprechenden Praktiken!!!

Also ein Arzt der wirklich Ahnung hat kann diese nur über einen Kurs bekommen, von dem er ein Abschlusszeugnis in den Händen hält. Sonst fehlt wirklich wertvolles Wissen!  

 

    -Thema Ärzte Pfusch-

 

Also liebe Eltern, liebe Jugend, wägt das wirklich gut ab, ob ihr zu einem Arzt geht um ein Piercing stechen zu lassen!!!

 

Die meisten fehler und Probleme sind:

 

1.      Ärzte piercen mitunter oft Minderjährige (unter 14 Jahren) was auch als Arzt nicht rechtlich gedeckt ist, das ein Piercing kein medizinischer Eingriff ist. Also gilt Ärzte unterliegen bei diesen Tätigkeiten genauso den Vorgaben des BGBI.

2.      Ärzte piercen oft Mündigminderjährige (ab 14-18 Jahren) ohne die Einwilligung der Eltern! Auch das ist strafbar, da wie gesagt keiner der Eingriffe ein medizinischer Eingriff ist, den ein Arzt ohne die Einwilligung der Eltern durchführen darf. (Dies gilt nur bei medizinisch notwendigen Eingriffen)

3.      Die ganz schwarzen Schafe piercen sehr billig da sie vorher die E-Card durchziehen und so einen Teil die Krankenkasse bezahlt, auch das ist nicht rechtlich haltbar.

4.      Oft wird der Kunde gebeten den Schmuck selber mitzunehmen. Das ist das aller schlimmste, denn erstens weiß der Arzt nicht ob das Material Titan ist oder Chirurgenstahl 316L (Es ist nur Titan erlaubt, laut EU-Nickelverordnung)

Zudem kommt, das dann der Schmuck zu 90% unsteril eingesetzt wird, und nicht vorher sterilisiert wurde. Zu guter letzt kann man davon ausgehen das die Länge des Piercings nicht passt, denn die „medizinischen“ zum Ersteinsatz geeigneten Piercings findet man nicht wirklich im Verkauf, da diese nur zum Piercen gedacht sind.

5.      Ärzte haben nicht das Wissen welchen Schmuck (Länge/Dimension/Material/Kugelstärke) als Ersteinsatz verwenden muss. Zumal wenn der Kunde den Schmuck selbst bringt. Aber auch wenn der Arzt den Schmuck zur Verfügung stellt, muss dieser steril gemacht sein und auch passen!!!

6.      Ärzte verfügen meist nicht über die beim Piercing benötigten Instrumente, da diese im medizinischen Alltag keine Verwendung finden! Daher wird leider mit nicht passenden Hilfsmitteln gepierct oder auch ganz ohne Zangen auf gut Glück.

7.      Ärzte kennen die passende Länge des Stichkanals nicht so dass die Piercings entweder zu lange oder zu kurz werden, was bei der Abheilung und später bei der Schmuckwahl ein Problem ist. Auch verfügen sie meistens nicht über sterile Schieblehren zum ausmessen.

8.      Ärzte betäuben gerne wenn der Kunde das will, oder wenn sie zu wenig Sicherheit beim Stechen haben! Der Grund ist, man kann dann unbemerkt vom Kunden nochmal korrigieren die Nadel zurückziehen und neu stechen wenn man schief war oder zu kurz bzw. lang. In dem Fall blutet es jedoch, was bei einem Profipiercer eigentlich nie der Fall ist!!! Auch führt die Betäubung der Stelle mittels spritzen dazu, dass das betroffene Gewebe anschwillt und somit nach Abschwellung der Wundkanal schief sein kann bzw. einfach unpassend ist. ->  Die Gefahr eine Lokalanästhesie rechtfertigen nie den Zweck des Piercings, deshalb sollte man keine Hautstelle betäuben um sie dann zu piercen!!

9.      Ärzte verschreiben meistens gleich starke Medikamente nach dem Piercen, was völlig unnötig ist wie z.B. starkes Antibiotika als Salben oder Kortison! Dies damit der vermeidliche „Pfusch“ noch irgendwie abheilt! Das ist bei einem perfekten Piercing vom Profi überflüssig!

10.  Ärzte sind oft berufsbedingt zu locker mit der Hygiene!! Klingt komisch, ist aber einfach erklärt: Oft wenn man beim Arzt ist, bekommt man eine Impfung und siehe da, der Arzt desinfiziert und spritzt alles ohne Handschuhe! Er darf das, ist ja ein Arzt! Beim Piercen dasselbe, hier fehlen meist sterile Zangen, steriler Schmuck und die sterilen Abdecktücher, auch sterile Handschuhe werden kaum verwendet. Vorbereiten und Desinfizieren, Anzeichnen alles ohne Handschuhe ist nicht gerade sinnvoll! Kunden haben mir berichtet es gibt Ärzte die sogar dabei geraucht haben und zwei Mädels mit der gleichen Nadel nach einander gestochen haben, alles ohne Handschuhe, der Schmuck kam danach herein, die sie dabei hatten (Stahl und viel zu kurz siehe Foto). Das und wie das entzündet war ist außer Frage!

11.  Ärzten passiert beim „Pfusch“ nicht viel, die Mediziner dürfen viel und haben gute Versicherungen! Wer einmal einen Arzt klagen wollte merkt schnell – no chance- daher ist man locker mit dem Patienten! Ein Fehler führt kaum zu Konsequenzen. Die Piercer hingegen müssen vor Gericht alles beweisen und zweifelsfrei nachweisen das sie alles Erdenkliche richtig gemacht und dokumentiert haben.

12.  Bei Komplikationen und  Probleme in der Abheilung kennen sich Ärzte meist gar nicht aus, da sie es nie in der Praxis gelernt haben! Schade aber da hat mancher piercer eine bessere Lösung und Fachwissen welches Medikament wirklich hilft.

 

 

Natürlich ist nicht jeder gewerbliche Piercer ein heiliger, oder hat mehr wissen als ein Arzt, auch gibt es Ärzte die sich mit dem Thema umfassend befasst haben und kurse besucht haben und somit gute Piercer sind, nur habe ich in meiner Praxis noch keinen je kennengelernt!

Leider ist mein Alltag festzustellen das die jetzt bekannten Ärzte die hier zur Zeit als Piercer tätig sind leider alles andere als Fachmännisch arbeiten wodurch die Kunden quasi fast mit 100% Wahrscheinlichkeit ein Problem im laufe der Abheilung bekommen oder wenn diese doch gut verläuft dann feststellen, dass der eigentlich gewünschte und vorgesehene Schmuck nicht in das „verstochene“ Piercing passt.

 

FAZIT: Ärzte sind nach ihrem Studium keine Piercer und Piercer keine Ärzte, beides will gelernt und studiert sein, so kann ein Arzt ein Piercer werden und dein Piercer Medizin studieren, aber nicht á la „Learning by doing“ zum Piercer werden. Das ist denke ich logisch, zumindest jetzt!